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Daten und Fakten

Reisedauer: 22 Tage, 16. Januar 2019 – 7. Februar 2019

Reiseroute: Arusha  Lushoto  Darssalam  Stonetown  Kendwa  Nungwi  Arusha

Highlights: die Big 5 und vieles mehr in freier Wildbahn und das türkisblaue Wasser und die weißen Strände Sansibars

 

Arusha

Wir sind wieder unterwegs! Nach einem wunderschönen Heimaturlaub über Weihnachten im Kreise der Familie und unserer lieben Freunde sind die Akkus wieder aufgeladen und wir freuen uns auf neue Abenteuer. Unser nächster Stopp auf unserer Reise führte uns nicht nur in ein neues Land, sondern auch auf einen Kontinent, den wir bisher noch nie betreten hatten. Lange hatten wir überlegt, wo genau wir mit unserer Reise in Afrika starten sollten. Wir haben uns am Ende für Tansania entschieden. Wir wollten unbedingt eine Safari machen und die weltberühmte Serengeti schien hierfür der perfekte Ort. Ausgangspunkt für die meisten Safaris sowie für die Besteigungen des Kilimanjaro ist die Stadt Arusha und so buchten wir uns einen Flug von Frankfurt zum Kilimanjaro International Airport. Das Angebot unserer AirBnB Gastgeberin uns für 50 Dollar vom Flughafen abzuholen lehnten wir dankend ab. Wir waren uns sicher, im Flugzeug oder spätestens am Flughafen andere Reisende zu treffen und mit ihnen ein Taxi teilen zu können. Spätestens am Immigration Schalter wurde uns jedoch bewusst, dass der Tansania-Durchschnittstourist sich deutlich von dem, von uns so gewohnten Bild des Backpackers, unterscheidet. Das Durchschnittsalter der Passagiere unseres Condor-Flugs lag bei um die 65, anstatt Rucksäcken sah man ausschließlich Rollkoffer und viele Outfits unserer Mitreisenden hätte man als „kolonialistischen Safari-Chic“ beschreiben können. Draußen vor dem Flughafen erwartete uns ein riesiger Schilderwald. ALLE Passagiere wurden von ihren Tour-Anbietern abgeholt oder hatten sich von ihrem Hotel einen Abholservice organisieren lassen. Am Ende blieb uns also nichts anderes übrig als alleine mit dem Taxi in die Stadt zu fahren.

Der erste Tag in einem neuen Land ist meist spannend, aber auch oft besonders anstrengend. Daher wollten wir es ruhig angehen lassen, etwas durch die Stadt schlendern und uns schon mal über Safari-Touren informieren.

Entspannt waren die Tage in Arusha am Ende aber leider doch nicht. Das lag unter anderem an den „Schleppern“, die uns an jeder Ecke ansprachen und uns dann durch die ganze Stadt begleiteten. Meistens wollten sie uns eine Safari vermitteln, aber viele hatten auch Restaurantempfehlungen, Hotels, oder Edelsteine im Angebot. Wir haben natürlich vollstes Verständnis, dass die Jungs einfach nur ihren Job machen, und es tut uns Leid, dass nicht jeder an uns eine Kommission oder ein Trinkgeld für einen Service verdienen kann, den wir nun einmal einfach nicht brauchten. Trotzdem kann eine ständige ungewollte Begleitung auf Dauer einfach sehr anstrengend sein. Stressig war Arusha aber auch, weil wir uns Stress gemacht haben. Wir waren auf der Suche nach dem perfekten Safariangebot und so richtig wollten wir dieses einfach nicht finden. Und dazu kamen noch die kulturellen Unterschiede und die fremde Sprache. In Südamerika konnten wir uns in den letzten Monaten sehr gut mit jedem unterhalten. In Tansania waren wir wieder darauf angewiesen, dass jemand mit uns Englisch sprechen konnte. Aber auch wenn man eine gemeinsame Sprache spricht, heißt das nicht unbedingt, dass man sich auch versteht. Für uns ist es zum Beispiel absolut unverständlich, warum man in Tansania in einer Bar immer gefragt wird, ob man sein Bier kalt oder warm trinken möchte!!(?) Gleichzeitig ernteten wir oft absolutes Unverständnis, wenn wir unser Bier dann tatsächlich kalt bestellten. 🙂

Lushoto

Ohne eine Safari gebucht zu haben, reisten wir nach drei Tagen aus Arusha ab. Wir hatten einfach keine Lust mehr noch weitere Tage in dem wenig schönen Arusha zu verbringen und Tour-Anbieter zu vergleichen. Das Projekt Safari war somit auf unbegrenzte Zeit verschoben. Wir wollten lieber ein paar Tage ans Meer und uns dort an die neue Umgebung gewöhnen. Und um nicht allzu lange im Bus sitzen zu müssen, machten wir einen kleinen Zwischenstopp in den Usambara Bergen. Für die Strecke empfahl uns unsere AirBnB Gastgeberin eine der besten Buslinien des Landes. Der Bus war alt, sehr alt, aber immerhin war es kein Minibus, er sah neuer als alle anderen Busse am Busbahnhof und jeder Passagier hatte einen eigenen Sitzplatz. Und nach 9 (nicht 6!) heißen und staubigen Stunden im Bus erreichten wir hungrig unser Ziel Lushoto. Beim Mittagessen in einem kleinen Restaurant, lernten wir die zwei anderen Musungus (Begriff in Ostafrika für „Weiße“) kennen, die im selben Bus angekommen waren. Michael und Jane waren ein vielgereistes Lehrerehepaar aus Kanada, die für einige Monate an einer Universität in der Nähe von Arusha unterrichteten und die das Wochenende in den Bergen verbringen wollten. In Lushoto wurden sie von Dixon, einem guten Freund eines Unikollegen empfangen. Für uns war das ein riesiger Glücksfall, denn Michael, Jane und Dixon boten uns an, sie am nächsten Tag auf ihrer Wanderung durch die Dörfer und Wälder der Region zu begleiten. Auf dem Weg durch die Berge verstanden wir schnell warum die Usambara Berge auch das Galapagos der Berge genannt wird. Viele der Pflanzen und Bäume hatten wir noch nie gesehen und Dixon kannte nicht nur jeden Namen sondern erklärte uns auch welchen Nutzen (oder Schaden) die jeweilige Pflanzen in diesem speziellen Ökosystem hat oder welche medizinische Wirkung ihr in der einheimischen Bevölkerung zugeschrieben wird.

Teilweise führte unser Weg durch das letzte bisschen dichten Regenwald, meist aber durch Dörfer und Felder. Die wachsende Bevölkerung der Region braucht immer größere Flächen an Feld- und Weideland und Brandrodung stellt auch hier eine Bedrohung für Flora und Fauna dar. Die Menschen in den Usambara Bergen gehören größtenteils zum Stamm der Shambaa. Die Shambaa wurden bis Ende des 19 Jahrhunderts durch die Kilindi Dynastie regiert. Gegründet wurde die Dynastie Mbegha, der die Region als geschulter Jäger von wilden Schweinen befreite und der sogar einen Löwen erlegte, um die Bevölkerung zu schützen. Die Anführer der Kilindi Dynastie wurden daher „König der Löwen“ genannt.

Wie im Film König der Löwen fühlten wir uns auch am nächsten Tag. Mit zwei Motoradtaxis ließen wir uns zu einem Aussichtspunkt am Rande der Usambara Berge fahren. Beim Anblick der unglaublichen Weite an dessen Ende grade die Sonne unterging, fühlten wir uns mitten in den Film unserer Kindheit versetzt.

Als Kind, oder um ehrlich zu sein bis zu unserer Ankunft in Tansania, war uns überhaupt nicht klar, wie viele Namen und Begriffe im Film ihren Ursprung in Swahili (meistgesprochene Sprache in Ostafrika) haben. Die Übersetzung von „Simba“ liegt sehr nahe, es bedeutet „Löwe“. „Rafiki“ (der Affe, Schamane und königlicher Berater im Film) bedeutet Freund. Und was „hakuna matata“ bedeutet, weiß wahrscheinlich jedes Kind. Es bedeutet „keine Sorgen“. Auch die Tansania wissen, dass „hakuna matata“, meistens der einzige Ausdruck ist, den die Touristen kennen und lieben. Daher wird er immer und überall verwendet. Passt ja auch meistens, denn die Touristen machen sich schnell und über alles Sorgen. Erwähnt man gegenüber dem Taxifahrer, dass man glaubt, dass der genannte Preis etwas über dem normalen liegt? Hakuna matata! Tourist sorgt sich, dass der Bus nicht kommt, weil er schon seit über zwei Stunden wartet? Hakuna matata! Waghalsige Überholmanöver in mehr oder weniger fahrtüchtigen Minibus? Hakuna matata!…

Daressalam

Es ist nicht so, dass wir unbedingt nach Daressalam wollten. Dar ist die ehemalige Hauptstadt und wir hatten gehört, dass es eine wenig attraktive, volle, laute, dreckige und auch nicht so sichere Großstadt ist. Unser nächster Stopp sollte aber Sansibar werden und egal ob Fähre oder Boot, unser Weg führte über Dar. In Lushoto starteten wir mehr oder wenig pünktlich in einem großen, ziemlich fahrtüchtig aussehenden Bus in Richtung Dar. Netterweise tauschten zwei Kinder mit uns ihre Plätze, denn nicht alle Plätze im mehrfach renovierten und umgebauten Bus hatten die gleiche Beinfreiheit. Die Kinder freuten sich anschließend über zwei große Packungen Kekse, die wir ihnen als Dankeschön kauften und wir freuten uns auf eine entspannte 6-stündige Fahrt nach Dar. Long Story Short: Nach 2 Stunden die erste Buspanne, nach 4 Stunden ging nichts mehr und wir mussten den Bus verlassen, per Anhalter ging es weiter in einen kleinen Ort an die Küste, von dort im Daladala (Minibus) weiter an den Stadtrand von Dar und von dort im Taxi weiter zu unserem Hotel, Fahrtdauer insgesamt 13 Stunden für 330 Kilometer!! Von Dar haben wir durch die „Verzögerung“ sehr wenig gesehen. Als wir spät abends im Hong Kong Hotel ankamen waren es bereits dunkel. Im Hotel sah man ausschließlich chinesische Geschäftsleute (und davon gibt es viele in Ostafrika!) und von der Dachterrasse konnten wir nur noch den ein oder anderen Straßenhändler beim einpacken seiner Waren beobachten. Am nächsten Morgen kehrte das Leben auf die Straßen zurück und es war genau wie beschrieben: staubig, heiß, hektisch, laut, dreckig und wenig einladend. Auf zur Fähre und ab nach Sansibar!

Sansibar – Stone Town

„Sansibar, ohhh, Sansi Bar, Vater Rhein und Mama Afrika“ so besingen die Höhner im Karneval diese Insel, oder meinen sie vielleicht doch die Bar in Köln?

Das Karnevalslied ist auf jeden Fall der Grund, warum jedes Kind in Köln weiß, dass es auf dem afrikanischen Kontinent einen Ort gibt der Sansibar heißt. Trotzdem weiß wahrscheinlich nicht jeder Kölner, dass Sansibar eine Insel ist, wo sie liegt und dass die Insel zu Tansania gehört. Sansibar gehört zwar offiziell zu Tansania, ist aber ein teilautonomer Staat und darauf wird auf Sansibar sehr viel Wert gelegt. Nach der Anreise mit der Fähre wird daher auch erneut der Pass kontrolliert und gestempelt. Und jeder Sansibare wird dich freundlich darauf hinweisen, dass man nicht in Tansania ist sondern auf Sansibar und dass das ein großer Unterschied ist! Sansibar war vom 17. bis ins 19. Jahrhundert teil des Sultanats Oman und hat dadurch seine ganz eigene kulturelle Prägung.

Die ersten zwei Nächte verbrachten wir in Stone Town, der Hauptstadt Sansibars. Unter anderem durch den florierenden Sklavenhandel war Stone Town im 19. Jahrhundert eine reiche und einflussreiche Stadt. Heute kann man die Schönheit der alten Kolonialgebäude und des Sultanspalasts nur noch erahnen. Für einen Tag macht es Spaß dich in den vielen kleine Gässchen der Altstadt zu verirren, aber richtig schön ist Stone Town einfach nicht. Dabei ist Stone Town UNESCO Weltkulturerbe. In der Regel werden diese Städte finanziell Unterstützt um das Weltkulturerbe zu erhalten, aber es wäre nicht verwunderlich, dass das dafür zu verwendende Geld in andere Taschen fließt.

Sansibar – Kendwa Beach

Nach drei staubigen und heißen Stunden, die wir dichtgedrängt auf provisorischen Holzbänken eines Daladala verbracht hatten, erreichten wir Kendwa Beach im Nordwesten der Insel. Der Strand in Kendwa hat einen großen Vorteil im Vergleich zu anderen Stränden an der Ostküste. Die Gezeiten sind weniger stark, so dass man den ganzen Tag über hervorragend baden gehen kann. Im Osten der Insel zieht sich das Wasser bei Ebbe soweit zurück, dass man teilweise das Wasser noch nicht einmal mehr sehen kann. Kendwa hingegen soll einer der schönsten Strände Sansibars sein und dem können wir nur zustimmen.

Wir haben auf unseren Reisen schon einige schöne Strände gesehen, aber das türkisblaue Wasser auf Sansibar ist schon etwas sehr besonderes. Weißer Sand, türkisblaues Wasser und ein paar Palmen sind zwar oft die „objektiven“ Kriterien eines Traumstrandes, wir haben aber mittlerweile für uns festgestellt, dass der Vibe am Strand letztendlich entschiedet, ob man sich wohl fühlt und entspannt oder eben nicht. Kendwa ist zwar wunderschön, aber durch die exklusiven Resorts, fühlten wir uns etwas fehl am Platz. Viele Restaurants am Strand sind nur für die eigenen Gäste und an einigen Strandabschnitten darf man sich als Nicht-Gast noch nicht mal unter eine Palme setzen.

Sansibar – Nungwi

Nungwi befindet sich an der Nordspitze der Insel und ist einer der größeren Dörfer der Insel. In Nungwi haben wir uns direkt wohl gefühlt, was auch an unserer netten Unterkunft und unseren herzlichen AirBnB Gastgebern lag. Wir hatten ein schönes Zimmer im Haus von einem spanisch-sansibarischen Ehepaar. Das Haus lag zwar einige hundert Meter vom Strand entfernt, durch die Lage auf einem Hügel wehte immer eine kühlende Brise und wir konnten aus den Hängematten das Meer in der Ferne sehen. Auch in Nungwi befinden sich einige schicke Resort, aber auch viele kleinere Restaurants direkt am Wasser.

Wenn wir von unserem Haus auf dem Hügel zum Strand wollten, führte unser Weg einmal komplett durch das lebhafte Dorf. Kinder spielten auf der Straße, der ein oder andere Bewohner verkaufte frisches Obst und Gemüse und alle Dorfbewohner grüßten uns freundlich mit „Jambo!“ oder „Mambo!“, was soviel heißt wie „Hallo, wie geht’s!“. Auf „Jambo“ antwortet man mit „Nzuri“, was „gut“ heißt.  Auf das informellere „Mambo“ antwortet man „Poa“, was „cool“ bedeutet. Unser Weg durchs Dorf zum Strand verdeutlichte jeden Tag unseren Eindruck von Tansania. Zunächst einmal ist Tansania sehr arm! Die meisten Häuser sind einfache Lehmhütten mit Wellblechdächern, viele ohne fließend Wasser und Strom. Die Armut und schlechte wirtschaftliche Lage sieht man aber nicht nur daran, sondern vor allem an dem was es gib oder eben nicht gibt. Außer Grundnahrungsmitteln gibt es kaum Produkte auf dem Markt und es werden auch keine Dienstleistungen angeboten. Für uns reiche und konsumverwöhnte Menschen war es äußerst ungewohnt, dass es oft überhaupt nichts gab, was man hätte kaufen oder konsumieren können. Die traurige Wahrheit ist wahrscheinlich: wenn es niemanden gibt, der etwas kaufen kann, gibt es natürlich auch keinen Markt der etwas anbietet. Dazu muss man sich vor Augen führen, wo wir uns grade befinden. Auf Sansibar! An einem der touristischen Highlights Ostafrikas! Grade Sansibar galt und gilt als exklusives Urlaubsziel. Es gibt mittlerweile aber nicht nur wenige sehr teure und schicke Resorts, sondern hunderte Hotels. Tausende Touristen besuchen jährlich diese Insel. Alle geben hier viel Geld aus. Aber wo geht das Geld hin? Viel scheint davon nicht bei der lokalen Bevölkerung anzukommen. Das liegt natürlich auch daran, dass die Touristen ihre Hotelanlage der in der Regel nicht verlassen. Auf unserem tägliche Weg durchs Dorf zum Strand haben wir auf jeden Fall keinen anderen Muzungu gesehen. Aber warum auch, wenn es nichts zu sehen, zu tun oder zu kaufen gibt.

Arusha

Zurück in Arusha. Anstatt uns wieder in einen der ollen Busse zu setzen, haben wir uns einen Flug gegönnt. Und da der Flieger so gut wie leer war, fühlte es sich an wie ein Privatjet, der uns zu unserer Safari fliegt.

Kaum zu glauben, dass wir schon am nächsten Tag Löwen, Elefanten und Giraffen hautnah sehen würden. Wir waren zu dem Zeitpunkt froh, endlich eine Agentur gefunden zu haben, bei der wir ein gutes Gefühl hatten und die uns genau das anbieten konnten, was wir uns vorgestellt haben. Eine Safari zu machen ist ein teurer Spaß, den man sich wahrscheinlich nur einmal im Leben leistet. Um die Kosten trotzdem halbwegs im Rahmen zu halten, haben wir uns für eine Gruppensafari entschieden. Wir haben also mehrere Agenturen angeschrieben und gefragt, ob und wann sie in der nächsten Zeit eine Safarigruppe haben, der wir uns anschließen können. Mit dem Beginn der Safari waren wir flexibel, also konnten wir uns danach richten, wann eine unserer Wunschagenturen eine Gruppe zusammen hat. Einige Tage nach unserer Anfrage meldete sich Remsi und meinte er hätte ein Gruppe von drei Personen, die genau dieselben Programmvorstellungen hätten wie wir. Remsi ist ein ehemaliger Studienkollege und Freund von Dixon, mit dem wir einen Tag durch die Usambara Berge gewandert waren. Wir hatten bei unser Buchung mit Remsi ein sehr gutes Gefühl, denn Dixon hatte uns mit seinem enormen Wissen über Flora und Fauna sehr beeindruckt und dazu war er auch noch super sympathisch. Wenn sein Freund Remsi nur halb so sympathisch und professionell war wie Dixon, konnte nichts mehr schief gehen. Also buchten wir folgendes Programm: 1. Tag: Lake Manyara, 2. Tag: Tarangire, 3.-5. Tag Serengeti, 6. Tag Ngorongoro Krater. Nach unserer Ankunft in Arusha trafen wir uns mit Remsi um unsere letzte Rate für die Safari zu bezahlen. Nach der Geldübergabe eröffnete er uns dann, dass sich unser Programm etwas geändert hätte. Lake Manyara würden wir nicht am ersten Tag sondern am letzten Tag machen. Das hatten wir zwar so nicht gebucht, machte aber eigentlich keinen Unterschied. Also willigten wir ein. Dann erklärte uns Remsi, dass wir auch nicht mit seiner Agentur fahren würden, sondern dass wir uns einer Gruppe seines langjährigen Business-Partners anschließen würden. Das war eigentlich genau das, was wir in jedem Fall vermeiden wollten. Wir hatten schon oft davon gehört, dass manche Agenturen ihre Kunden einfach in Autos von anderen Agenturen stecken und man am Ende nicht weiß, ob es ein guter oder schlechter Anbieter ist, bei dem man landet. Am Ende willigten wir trotzdem ein, denn wir hatten bereits bezahlt und wir hatten einfach keine Lust alles wieder rückgängig zu machen, unser Geld zurück zu verlangen eine neue Agentur zu suchen und eine neue Gruppe zu finden. Wir ließen uns aber den Namen der „neuen“ Agentur geben und waren beruhigt als wir sahen, dass diese eine sehr etablierte und gut bewertete war.

Am Tag der Abfahrt trafen wir auf die vier anderen Touristen unserer Gruppe und wir hatten einen wundervollen ersten Tag im Tarangire Nationalpark. Der Park ist bekannt für die vielen Elefantenherden, die durch eine wunderschöne Landschaft voller Baobab Bäume ziehen.

Außerdem sahen wir schon an unserem ersten Tag mehrere Löwen, Warzenschweine, Zebras und vieles mehr. Und das war erst Tag 1 unserer Safari! Wir hatten eine super nette Gruppe und den besten Guide, den wir uns hätte vorstellen können. Simon wusste wirklich alles über Flora uns Fauna! Während er den Landcruiser sicher durch den Park manövrierte, konnte er gleichzeitig Tiere in weiter Entfernung spotten und uns gut gelaunt alles zu Tier- und Pflanzenwelt erklären.

Trotz des perfekten ersten Safaritages kippte die Stimmung am Abend. Während des Abendessens schlug Simon vor am nächsten Tag etwas später in den Serengeti Nationalpark zu fahren, denn wir hätten nur ein 48 Stunden Ticket und eine spätere Ankunft würde die weitere Planung erleichtern. 48 Stunden? Wir hatten 3 Tage Serengeti gebucht und 48 Stunden klangen für uns eher nach zwei Tagen. Ein anderes Pärchen das ebenfalls 3 Tage Serengeti gebucht hatte, stimmte uns zu. Ein anderes Mädel aus unserer Gruppe fing an sich zu wundern, denn sie hatte nur zwei Tage Serengeti gebucht. Dafür war auf ihrem Programm am letzten Tag Lake Manyara vorgesehen. Und während wir über unsere Buchungen sprachen stellte sich heraus, dass alle bei einem anderen Anbieter gebucht hatten, alle eine etwas unterschiedliches Programm hatten und natürlich auch alle etwas anderes bezahlt hatten!! Wir beschwerten uns natürlich bei unserem Touranbieter Remsi, der hatte aber wenig Verständnis für unseren Unmut. Ein weiteres 24 Stunden Permit wäre nun einmal sehr viel teurer und ganze 3 Tage daher nicht möglich. Dass der zusätzliche Kosten nicht das Problem des Kunden ist, der drei Tage Serengeti gebucht hat, wollte oder konnte Remsi nicht verstehen. Auch dass alle anderen in unserer Tour etwas leicht anderes gebucht hatten und alle etwas anderes bezahlt hatten, sollte uns nicht beunruhigen, es würde schon alles gut werden. Hakuna Matata!

Am nächsten Tag hatten wir uns schon mit der Tatsache abgefunden, dass unser Aufenthalt in der Serengeti etwas kürzer sein wird und wir wollten uns auch einfach dieses einmalige Erlebnis nicht durch schlechte Laune verderben. Da erhielt unser Guide Simon einen Anruf, den er an uns weitergab. Am Telefon war der Besitzer der Agentur in dessen Auto wir saßen. Er schrie uns an, was uns einfallen würde uns über die Tour zu beschweren!! Wenn wir noch einmal mit anderen Reisenden über die Unterschiede in den Programmabläufen sprechen würden oder es noch einmal wagten uns über irgendetwas zu beschweren, würde er ein Auto schicken und uns zurück nach Arusha bringen lassen!! Er drohte uns also tatsächlich, uns aus der Tour zu schmeißen!! Es war aber nicht nur diese mögliche Konsequenz die uns Sorgen bereitete. Der Ton in seiner Stimme war so aggressiv, dass wir uns Sorgen machten, dass er einen Schlägertrupp zu unserem Hostel schickt, sollten wir uns nicht an sein Beschwerde-Verbot halten. Wir waren zwar zunächst geschockt, aberaAm Ende hatte die Drohung sogar fast etwas Gutes. Wir wussten ab diesenm Zeitpunkt auf jeden Fall, dass wir nichts an der Situation ändern konnten und wir einfach die Tour so genießen sollten wie sie war. Wir lehnten uns also zurück und freuten uns auf die kommenden Tage.

Und diese waren einfach unglaublich schön und beeindruckend!! Schon auf dem Weg zum Serengeti Park fuhren wir an tausenden von Gnus vorbei.

Im Park sagen wir tagsüber alles was wir uns vorher nur erträumen konnten: Löwen, Geparden und sogar einen Leopard, Zebras, Giraffen, Antilopen, Nilpferde, und vieles mehr!

Abends im Camp leuchteten die Sterne über uns und die Hyänen schlichen um unserer Zelte.

Am vorletzten Tag im Ngorongoro Krater sahen wir sogar mehrere der sehr seltenen Nashörner. Am Ende war unserer Safari also genau das, was wir uns erhofft haben. Ein einmaliges Erlebnis an das wir uns für immer gerne Erinnern werden.

Die Safari war auch das Ende unserer Reise durch Tansania. Einen Tag nach unserer Rückkehr nach Arusha machten wir uns auf den Weg nach Kenia. Irgendwie waren wir froh Tansania nun zu verlassen. Trotz der wunderschönen Landschaften hat uns Tansania einfach nicht so gut gefallen. Wir haben zwar auch hier viele nette Menschen kennen gelernt, aber oft wich die anfängliche Freundlichkeit in Unhöflichkeit, wenn man eine angebotene Tour, Ware oder Dienstleistung dankend ablehnte.  Außerdem war es auf Dauer einfach anstrengend immer wieder diskutieren zu müssen, um nicht den zehnfachen des normalen Preises zu zahlen. Irgendwie kann man aber auch verstehen, dass die Touristen grade in Tansania besonders zur Kasse gebeten werden. Jeder Tansania weiß, dass eine Safari oder eine Kilimanjaro Tour weit mehr als 100 Dollar am Tag kostet. Das sind unvorstellbare Summen  in einem so armen Land wie Tansania. Natürlich denkt sich da jeder, da kann der reiche Touri auch mal 50 Dollar für ne Taxifahrt, 20 Dollar für ein paar Stücke Obst oder 150 Dollar für ne Tour zu dem Wasserfall bezahlen. Schwer zu erklären, dass das für uns einfach unverhältnismäßig ist. Und noch während man sich ärgert, fühlt man sich zurecht ertappt und beschämt, dass man sich über zu hohe Preise verlangt, während die große Mehrheit um einen herum unterhalb der Armutsgrenze lebt. Ein beklemmendes Gefühl, dass auch auf unserer weiteren Reise durch Ostafrika begleiten wird.