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Daten und Fakten

Reisedauer:  3 Tage, 21. Mai 2019 – 24. Mai 2019

Reiseroute: Kotor  Ulcinj

Highlights: ein riesiger Fjord und das beste Eis der Welt

Kotor

Wir hatten schon oft gehört, dass das kleine Montenegro wunderschön sein soll. Dabei haben wir an blaues Wasser an schönen Stränden gedacht.

Niemand hatte erwähnt, dass es in Montenegro einen riesigen Fjord gibt, an dem man sich fühlt wie in Norwegen, nur in warm und mit Sonne.

Unser Hostel befand sich nicht in der berühmten Altstadt von Kotor, wir hatten es aber trotzdem gut angetroffen. Von unserer Terrasse hatten wir Fjordblick und sofort nach unserer Ankunft stellte uns unserer Hostelchef,  ehemaliger Präsident des Montenegrinischen Karateverbands, ein kühles Bier vor die Nase. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass das „Nikšićko“ mit Abstand das beste Bier ist, was man auf dem Balkan so finden kann. Bekannt ist Montenegro außerdem für seinen sehr leckeren geräucherten Speck. An der Supermarktkasse entdeckten wir aber noch eine weitere Köstlichkeit der Region. Vor uns kaufte ein kleines Mädchen eine riesige Tüte voller „Plazma“-Eis. Plazma kannten wir schon aus Bosnien. Es ist eine Art Butterkeks in Löffelbiskuitform. Plazma begegnete uns das erste Mal in einem Restaurant in Mostar, als keiner der Restaurantangestellten uns erklären konnte, was dieses Plazma auf allen Pfannkuchen sein soll. Zlatan erklärte uns am nächsten Tag, dass dieser Keks in vielen Teilen des Balkans zum Grundnahrungsmittel gehört und da natürlich auch er eine Packung zu Hause hatte, konnten wir Plazma sofort kennen und lieben lernen. Da Plazma gerne zerbröselt über alles gestreut wird, oder auch einfach mit Milch zum Frühstück gelöffelt wird, gibt es Plazma sogar schon in zerbröselter Form zu kaufen. Im Supermarkt stehen regalweise verschiedene Variationen von Plazmaprodukten. Was wir bis jetzt aber noch nicht gesehen hatten, war Plazma-Eis. Und es ist einzigartiç köstliç! Ein Sandwicheis, dessen Waffeln aus Plazma-Keks besteht, gefüllt mit Vanilleeis mit Plazma-Bröseln und ummantelt mit Schokolade mit Plazma-Stücken. Definitiv einen Grund auf dem Blakan zu reisen. Aber aufgepasst, es gibt nicht überall Plazma! Da es ursprünglich aus Serbien kommt, findet man es weder in Albanien noch im Kosovo.

Zurück nach Kotor. Den wundervollen Fjord wollten wir uns gerne von oben anschauen und fanden auf Mapsme einen Wanderweg entlang eines alten Handelspfades. Das Wetter spielte an diesem Tag auch glücklicherweise mit, so dass wir von oben, trotz ein paar Wolken, einen wunderschönen Blick auf den Fjord und die Altstadt von Kotor genießen konnten.

Auf dem Rückweg entdeckten wir bei Mapsme eine Markierung an der Stadtmauer die besagte „Hidden Entrance“. Und in der Tat war dort ein Loch in der Stadtmauer durch das wir direkt am oberen Ende der Stadtmauer heraus kamen und auf der alten Stadtmauer zurück in die Altstadt laufen konnten.

Dort war es auf Grund des schlechten Wetters der letzten Wochen angenehm leer und nur der ein oder andere Kreuzfahrer schlenderte durch die engen Gassen. Da für den nächsten Tag wieder Regen angesagt war, entschieden wir uns mal wieder für eine Flucht gen Süden.

Ulcinj

Irgendwie hatten wir das Gefühl ganz schnell wieder in alte Reisemuster verfallen zu sein. Eigentlich wollten wir mehr zu Fuß unterwegs sein, doch anstatt wandern zu gehen und in unserem nigelnagelneuem Zelt zu schlafen, fuhren wir seit Wochen wieder mit dem Bus von Hostel zu Hostel. Das wir nicht so viel wandern konnten, wie wir wollten, lag natürlich auch an dem Wetter, über das sich hier so oft beschwert wird. Und es lag an unerklärlichen Brustschmerzen, die ein Arzt in Albanien später als „Tietze Syndrom“ diagnostizierte (Entzündung des Rippenknorpels am Ansatz des Brustbeins, nix schlimmes, dauert aber Wochen bis es weg ist). Um aber nicht wieder in einem Bus zu sitzen, stellten wir uns an diesem Tag an den Ortsausgang von Kotor und hielten den Daumen raus. Ich glaube, es hat keine 2 Minuten gedauert und ein Camperbus hielt neben uns an. Wie es der Zufall so will, wollte Hristo, genau wie wir, nach Albanien. Hristo kam ursprünglich aus Bulgarien, hatte aber viele Jahre in Stuttgart gelebt. Eigentlich wollte Hristo auch nicht nach Albanien, sondern nach Sofia, aber sein Weg führte genau in unserer Richtung. Wo Hristo genau herkam und was er genau machte, haben wir nie so recht heraus gefunden, denn mit der Wahrheit schien er es nicht immer so genau zu nehmen und so behauptete er mal das Eine und mal was ganz Anderes. War uns auch alles nicht so wichtig, denn am Ende war er ein netter Kerl mit dem wir uns gut verstanden. Und anstatt auf schnellstem Weg nach Albanien zu fahren, machten wir mit ihm erst einmal eine lange Mittagspause an einem kleinen Strand. Wir kochten in seinem Camper Nudeln und gingen danach in einem der Strandcafés Espresso trinken.

Wir wissen nicht warum, aber irgendwie schien Hristo eine große Abneigung gegen Albanien zu haben. Am liebsten würde er dort gar nicht anhalten und übernachten wollte er dort schon gar nicht. Da es nun mittlerweile schon später Nachmittag geworden war, schlugen wir vor, die folgende Nacht gemeinsam auf einem Campingplatz in Montenegro zu übernachten und dann am nächsten Morgen gemeinsam weiter nach Albanien zu reisen. Gesagt getan. Nach etwas suchen, fanden wir sogar einen kostenlosen Stellplatz an einem langen Sandstrand in der Nähe von Ulcinj. Für uns eine Premiere, denn das war endlich unsere erste Nacht in unserem neuen (und ersten) Zelt. Wir haben zwar schon oft besser geschlafen, denn die Isomatten sind sehr schmal und knistern und quietschen bei jeder Bewegung, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserem Equipment. Vielleicht werden wir ja jetzt zu richtigen Campingfreunden.

Am nächsten Morgen fuhren wir zu dritt weiter Richtung Albanien. Kaum hatten wir die Grenze überquert, wurde Hristo immer stiller und schlecht gelaunter. Er schimpfte auf die Schlaglöcher in der Straße und den Verkehr. Sowieso wären diese Albaner und dieses Albanien einfach nur schrecklich. Wir hofften, dass Hristo nicht Recht behalten würde. Hristo fuhr uns noch bis kurz vor Tirana, wir bedankten uns für die nette gemeinsame Zeit und die Mitfahrgelegenheit und winkten Hristo zum Abschied hinterher. Die Telefonnummer, die er uns gegeben hatte, war leider nicht vergeben, so dass wir leider nicht in Kontakt bleiben konnten. Komischer Typ, aber sehr nett und hilfsbereit.