Startseite » Kenia

Daten und Fakten

Reisedauer:  7. Februar 2019 – 17. Februar 2019

Reiseroute: Nairobi  Lake Naivasha  Kakamega Forest

Highlights: Fahrradsafari durch den Hells Gate Nationalpark und Nilpferde hautnah am Lake Naivasha

 

Nairobi

Petra wollte schon immer mal nach Nairobi. Ohne viel über die Stadt zu wissen, stellte sie sich die Stadt als pulsierende Weltmetropole vor. Und man muss sagen, im Vergleich zu allen Städten, die wir in Tansania gesehen hatten, ist Nairobi eine moderne Stadt.

Zumindest im Zentrum sieht man hohe Bürogebäude und allerlei Shops und Menschen in Anzügen laufen geschäftig durch die Straßen. Außerhalb des Stadtzentrums besteht Nairobi größtenteils aus schicken Wohngebäuden hinter hohen Mauern, viel Verkehr und extremer Armut. Wie sich das als reicher Tourist gehört, haben wir uns in einem dieser schicken Apartment eingemietet und von dort aus im Uber die Stadt erkundet. Dabei haben wir uns meist nur in maximal Schrittgeschwindigkeit von A nach B bewegt. Tobi meinte noch nicht einmal in Jakarta hätte er jemals so viel Stau erlebt (und das will was heißen!). Die meisten Verkehrsmittel sind dabei keine Privatautos sondern Matatus. Matatus sind kleine Minibusse, die alle Bevölkerungsschichten durchs ganze Land transportier. Ursprünglich kostete eine Fahrt im Matatu drei Cents. Daher kommt auch der Name Matatu, denn Matatu bedeutet „drei“ auf Swahili. Da die Matatus jeweils im Privatbesitz sind, wird kräftig um Kundschaft geworben. Nur wer die größten Boxen verbaut, die hipste und lauteste Musik spielt und das coolste Graffiti auf der Karosserie hat, bekommt die meisten Passagiere. Bei der maximalen Passagieranzahl gibt es übrigens wie überall in Ostafrika (und in vielen anderen Orten der Welt auch) keine Obergrenze. Den Begriff „voll“ gibt es einfach nicht.

Während man sich in Schrittgeschwindigkeit durch Nairobi bewegt, sieht man immer wieder Menschen, meist Jugendliche oder Kinder, die aus kleinen Plastikflaschen Klebstoff schnüffeln. Obwohl wir uns in Nairobi größtenteils in „reichen“ Stadtteilen aufgehalten haben, sieht man wie viele Menschen auch hier, jeden Tag mit weniger als dem Minimum auskommen müssen. Trotz der oft schwierigsten Umstände wirkten die Kenianerinnen und Kenianer, die wir getroffen haben (natürlich auch keine sehr repräsentative Gruppe), sehr positiv. Wir hatten das Gefühl, dass in Kenia im Vergleich zu Tansania, viele Menschen positiv in die Zukunft blicken, Ideen haben, diese umsetzen wollen und können. Auf unserer Free Walking Tour erzählte uns unser Guide zum Beispiel, dass es in Nairobi viele Frauenvereinigungen gibt, die sich gegenseitig unterstützen indem sie gemeinsam Kapital ansparen und dann jeweils in das Geschäft der anderen Mitgliederinnen investieren.

Noch ist Nairobi vielleicht nicht die Metropole, wie sie sich Petra ursprünglich vorgestellt hat, aber es ist mit Sicherheit spannend in einigen Jahren wieder zu kommen und zu sehen, wie sich Nairobi entwickelt hat.

Lake Naivasha

Unser Weg führte uns von Nairobi weiter nach Nordwesten zum Lake Naivasha. Nur 100 Kilomater von Nairobi entfernt, ist der See ein beliebtes Wochenendziel für die Oberschicht Nairobis. Noch am selben Abend lernten wir zwei nette Holländerinnen kennen, die in Kenia ehrenamtlich ein zahnmedizinischen Hilfsprojekt unterstützt hatten und nun noch zwei Wochen durch Kenia reisten. Und was macht man mit Holländern in Kenia? Eine Fahrrad-Safari! Am nächsten Tag liehen wir uns also Fahrräder aus und fuhren durch den Hells Gate Nationalpark. Große Wildkatzen gibt es dort (zum Glück) nicht, aber mit dem Fahrrad an Zebras, Warzenschweinen und Giraffen vorbeizuradeln war schon ein echtes Erlebnis!

Wir hätten aber nicht unbedingt in den Nationalpark fahren müssen, um ein echtes Wildlife Erlebnis zu haben. Es reichte schon einen kurzen Nachmittagsspaziergang zum Seeufer zu machen. Denn ab ca. 18 Uhr kommen die Nilpferde zum grasen aus dem Wasser. Obwohl diese riesigen Tiere sich rein vegetarisch ernähren und so unbeholfen und süß aussehen, darf man nie vergessen, dass sie als eines der gefährlichsten Tiere der Welt gelten! Man sollte sich also auf jeden Fall möglichst fern halten. Blöd nur, wenn man auf dem Weg zum Steg so in ein Gespräch vertieft ist, dass man das riesige Nilpferd übersieht, was nur wenige Meter neben ihr steht. Ist aber zum Glück alles noch mal gut gegangen.

Kakamega Forest

Natürlich gibt es in Kenia unglaublich viel zu sehen, aber viele der Highlights in Kenia sind Safaris durch Nationalparks. Und Safaris haben überall in Ostafrika ihren stolzen Preis. Bevor wir nach Tansania geflogen sind, haben wir gesagt, wir machen nehmen das nötige Geld in die Hand und machen eine richtig coole Safari. Unsere Safari in der Serengeti war unglaublich schön, aber für uns auch ein einmaliges Erlebnis und daher wollten wir in Kenia keine weitere Safari machen. Wenn man aber keine Safari machen will, bleiben in Kenia nicht mehr so viele touristische Attraktionen übrig. Kenia hat natürlich auch eine wunderschöne Küste, aber da wir erst vor kurzer Zeit auf Sansibar waren, wollten wir nicht unbedingt wieder an den Strand. Wir machten uns daher weiter auf den Weg Richtung Uganda. Im Nordwesten, unweit der Grenze zu Uganda liegt einer der letzten Reste primären Regenwaldes und den wollten wir uns gerne noch anschauen, bevor wir das Land wieder verlassen. Unsere erste Unterkunft in der Stadt Kakamega lag direkt zwischen Markt, Busbahnhof und Tankstelle, war also laut und vor allem so dreckig, dass wir kurz überlegten, doch noch auf die Suche nach einer anderen Unterkunft zu gehen. Leider war die Unterkunft mit 20 Dollar, die einzige bezahlbare Unterkunft weit und breit. Zwanzig Dollar klingen natürlich nach nicht viel Geld, aber in Ostafrika ist das für viele ein kleines Vermögen und in den meisten Teilen der Erde, in denen wir bis jetzt gereist sind, waren die Unterkünfte für 20 Dollar zumindest sauber. Später erfuhren wir von anderen Reisenden, dass sie auch für 50 Dollar kein sauberes Zimmer in Kakamega finden konnten. Am nächsten Tag ließen wir uns mit dem Motoradtaxi zum Waldrand fahren. Eigentlich wollten wir uns den primären Regenwald im nördlichen Teil des Parks anschauen, aber knapp 100 Dollar für einen Waldspaziergang, war uns einfach zu viel. Denn allein die Übernachtung in einem einfachen Holzhüttchen hätte 40 Dollar pro Person pro Nacht gekostet, das Eintrittsgeld liegt bei 25 Dollar und ein Guide für mindestens 20 Dollar pro Person wäre in diesem Teil des Waldes ebenfalls Pflicht gewesen. Wir hatten uns also dazu entschlossen den südlichen Teil des Waldes zu besichtigen, weil dieser mit 7 Dollar Eintritt deutlich günstiger war, wir eine bezahlbare Unterkunft am Rande des Waldes gefunden hatten und für den unteren Teil des Waldes Wanderwege auf Mapsme eingezeichnet waren, die wir auch ohne Guide erkunden konnten.

Nach einer längeren Diskussion mit der Dame am Parkeingang, durften wir uns letztlich ohne Guide auf den Weg in den Wald machen. Mit Mapsme auf dem Handy und auf den sehr breiten Wanderwegen, machten wir uns keine Sorgen uns zu verlaufen. Und der Weg war wirklich sehr schön. Wir endeckten Collobus Affen, die sich durch die Bäume schwangen und von einem Hügel hatte man einen schönen Ausblick über den Wald. Von oben konnte man allerding leider auch sehen, wie wenig von diesem wunderschönen Wald übrig geblieben ist. Und in der Ferne hörte man das Donnern der Trucks die über die Fernstraße fuhren, die einmal mitten durch den Wald führt. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit bis auch das letzte bisschen Regenwald aus Kenia verschwunden ist.

An dieser Stelle haben wir uns natürlich auch gefragt, ob wir nicht mit einem hohen Eintritt und einer geführten Tour ein Stück dazu beitragen könnten, den Wald zu erhalten. Und ja, wir würden es wahrscheinlich gerne und guten Gewissens tun, wenn wir uns nur etwas sicherer sein könnten, dass das Geld wirklich für den Erhalt des Waldes und der Unterstützung der lokalen Communities ausgegeben wird. In vielen Fällen hatten wir da große Zweifel. Auch in Uganda, dem nächsten Ziel unserer Ostafrikatour.

PS: Falls ihr euch wundert, warum es aus Kenia keine schönen Fotos gibt. Das liegt nicht an Kenia, auch nicht an Tobi, sondern daran, dass Tobis Kamera in Tansania kaputt gegangen ist. Für den Rest der Afrikareise müssen wir daher auf Petras altes IPhone 5 zurückgreifen.