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Daten und Fakten

Reisedauer: 10 Tage, 24. Oktober 2019 – 3. November 2019

Reiseroute: Şeki  Lahic  Baku

Highlights: bunte Fenster in Şeki, ruhiges Dorfleben in Lahic und unser Umzug ins Boutique Hotel in Baku

Şeki

Lange hatten wir überlegt, ob wir nicht einfach ganz bequem den Zug von Tbilisi nach Baku nehmen sollten. Jetzt sind wir froh, dass wir uns für den mühsameren Weg entschieden hatten; von Tbilisi mit dem Marschrutka (Minibus) nach Lagodechi, mit dem Taxi zur Grenze, zu Fuß über die Grenze, mit dem Taxi nach Balaken, weiter mit einem Minibus nach Qax und mit einem weiteren Marschrutka nach Şeki. Klingt kompliziert, war aber ziemlich einfach und entspannt, denn überall wurden wir freundlich begrüßt und uns wurde bei dem kleinsten, fragenden Blick sofort weitergeholfen. Nirgendwo auf unserer Reise, haben wir außerdem so viele alte, bunte Lada gesehen! So süß!

Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass nicht viele andere Touris diesen Weg nehmen. Jeder wollte wissen woher wir kommen und was wir in Aserbaidschan machen. Und wir mussten sogar schon die ersten Selfies mit fremden Menschen machen. Vielleicht auch ein Zeichen, dass wir nun langsam auf asiatischem Boden sind. 😉

Şeki ist eine Kleinstadt und bekannt für die alten Karavansereien und den Khan Palast. Karawansereien gab es seit dem 10. Jahrhundert entlang wichtiger Handelsrouten, wie z. B. der Seidenstraße. Sie dienten den Händlern und ihren Tieren als Nachtquartier, aber auch als Handelsplatz, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen und ihre eigenen Waren zu verkaufen.

Besonders beeindruckend fanden wir den Kahn Palast mit den detaillierten Wandmalereien und den bunten Fenstern. Kleine bunte Glasstücke, in Holz eingefasst, bilden wunderschöne Mosaike, durch die die Sonne ins innere Strahlt. Zu gerne hätte Tobi hiervon ein paar schöne Bilder gemacht, das war aber leider verboten. Kleiner Spoiler an dieser Stelle: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir wunderschöne bunte Glasfenster gesehen haben.

Lahic

Das kleine, süße Dorf Lahic mit seinen kopfsteingepflasterten Gässchen und den Shops, die frische Gewürze und Felle verkaufen, ist laut lonely Planet ein absolutes Tourimagnet auch, und vor allem, für lokale Touristen aus Baku, die sich in den Bergen bei guter Luft von ihrem stressigen Stadtleben erholen.

Mitten in der Woche und bei kühlem Herbstwetter war allerdings nicht viel los. Auch unser Hostel wirkte ziemlich verlassen. Unser Zimmer war aber gemütlich, wir hatten ein eigenes kleines Gasöfchen und einen Balkon mit Blick auf den Platz vor der Moschee. Kleiner Nachteil war, dass die Lautsprecher der Moschee auf maximale Lautstärke gedreht waren, und wir nachts vom Muezzin zum Gebet gerufen wurden. Tagsüber war die Lage perfekt, denn wir konnten den ganzen Tag in der Sonne auf dem Balkon sitzen und dem bunten Treiben vor der Moschee zuschauen. Frauen, die sich angeregt unterhielten, alte Männer, die gemeinsam, schweigend, stundenlang auf der Parkbank saßen und rauchten und Kinder, die ganz eilig und zu spät zum Gebet angeflitzt kamen.

Spazieren gehen konnte man auch sehr schön und wahrscheinlich hätten wir hier auch gut noch einige Tage länger bleiben können.

Baku

Eine gute und günstige Unterkunft in Baku zu finden ist anscheinend nicht so leicht. Nach längerer Online-Recherche hatte wir aber ein Hostel gefunden, dass einige sehr gute Bewertungen auf Booking hatte, zentral gelegen war und in unserem Budget lag. Vier Nächte hatten wir gebucht und bezahlt, nach zwei Nächten zogen wir aus. Das Bad wurde zwar mehrmals täglich „geputzt“, dabei aber nur Staub und Haare von einer auf die andere Seite geschoben. Die anderen Böden und die Küche klebten, als ob sie noch nie gereinigt wurden. Nach dieser weniger guten ersten Unterkunft wollten wir was Schönes und vor allem Sauberes. Wir zogen ins das Life Holiday Baku, ein Boutique (!) Hotel. Was auch immer das Boutique in den Hotelnamen bedeuten mag, für uns war es auf jeden Fall boutique. 😉

Es war so boutique, dass wir uns so wohl fühlten, dass wir sogar zwei Nächte länger blieben als geplant. Das hatte wirklich weniger mit Baku zu tun, sondern wir blieben einfach nur, weil wir uns im Hotel so wohl fühlten. Passiert auch manchmal.

Es ist nicht so, als hätte uns Baku nicht gefallen, aber manchmal hat man das einfach, dass es bei der einen Stadt sofort funkt und bei einer anderen nicht. Das Zentrum von Baku ist schön, mit renovierten Häusern, einer Fußgängerzone, großzügigen Straßen und kleinen Parks. Ein ganz besonderes Gebäude ist das Carpet Museum, das aussieht wie ein eingerollter Teppich.

Nachts sieht man von überall die sogenannten „Flame Towers“. Der Büro- und Hotelkomplex erstrahlt abwechselnd in der Nationalflagge und in lodernden Flammen, passend zum Namen Aserbaidschan, denn das heißt übersetzt „Land des Feuers“.

Heute würde man wohl eher sagen, Land des Erdöls oder Erdgases. In Baku sieht man überall, dass Öl und Gas viel Geld ins Land bringen. Im Rest des Landes hatten wir davon nicht viel gesehen.

Ohne einen weiteren Stopp fuhren wir von Baku zur iranischen Grenze. Etwas aufgeregt, denn wir wussten, dass Iran etwas ganz Neues und Anderes werden würde und eine spannende Zeit auf uns zukam.